Alles was du über Nähmaschinennadeln wissen mußt
Wußtest du, dass Nähmaschinennadeln zwar auf den ersten Blick alle gleich aussehen, es aber dennoch eine Vielzahl an verschiedenen Nadeln gibt? Nein?!
Dann dürfte dich dieser Ratgeber interessieren…
Hier erfährst du, welche Nähmaschinennadel du am besten für dein jeweiliges Nähprojekt einsetzt, wie sich die Nadeln unterscheiden und woran du sie erkennen kannst. Denn abhängig von Nähmaschinentyp, Nähtechnik, Stoff oder auch Garn sollten unterschiedliche Nähmaschinennadeln eingesetzt werden.
Und wußtest du, dass eine schöne Naht oft von der Wahl der richtigen Nadel abhängig ist?
Alles Wichtige über Nähmaschinennadeln
Die Wahl der richtigen Nähmaschinennadel ist entscheidend, wenn man schöne Nähergebnisse erreichen möchte. Nähmaschinen werden in den meisten Fällen mit einer bereits eingesetzten Nähmaschinennadel geliefert, so dass mit dem Nähen umgehend begonnen werden kann.
Dass eine Nähmaschinennadel aber auch desöfteren ausgetauscht werden muß, bzw. den unterschiedlichen Materialien und Verwendungszwecken angepaßt werden muß, ist nicht unbedingt jedem neuen Schneiderlein bewußt.
Spätestens, wenn die Nähmaschine nicht mehr das macht, was sie soll, nämlich schöne Nähte produzieren, wenn die Nähmaschine Fehlstiche produziert oder wenn gar die Nadel bricht, dann ist es sehr gut, sich in diesem Thema Nähmaschinennadeln etwas besser auszukennen, um schnell Abhilfe zu schaffen.
Auf dem Flachkolben findet man einen Aufdruck. Dieser gibt Auskunft über die amerikanische und europäische Größenbezeichnung.
Ebenso sind auf der Verpackung alle wichtigen Infos aufgedruckt.
Gut zu wissen
Klassische Haushaltsnähmaschinen arbeiten meistens mit dem Nadelsystem 130/705 H. Zum Einsatz kommen sogenannte Flachkolbennadeln und so steht das H für Hohlkehle. Der Kolben ist, wie der Name schon sagt, an der Rückseite abgeflacht.
Der abgeflachte Kolben hilft, die Nadel richtig einzusetzen, denn die Ablachung zeigt immer nach hinten. Die Nadel sitzt so beim Einsetzen automatisch in der richtigen Position und das Nadelöhr zeigt zu uns hin.
Im Gegensatz dazu gibt es auch noch die sogenannten Rundkolbennadeln mit einem runden Kolben. Diese wirst du aber im Haushaltsnähmaschinen Bereich nicht vorfinden, höchstens bei ganz alten Nähmaschinen. Oder aber bei Industrienähmaschinen.
Wir beschäftigen uns aber mit den Flachkolbennadeln. Bekannte Hersteller für Nähmaschinennadeln sind Schmetz* oder Organ*
.
Wie sieht eine Nähmaschinennadel aus?
Hier habe ich einmal die einzelnen Teile der Nähmaschinennadel aufgezeigt. Der sogenannte Kolben dient zur Befestigung der Nadel im Nadelhalter der Nadelstange der Nähmaschine. Im Haushaltsnähmaschinenbereich werden Flachkolbennadeln eingesetzt.
Es gibt auch Nähmaschinennadeln mit Rundkolben, welche aber eher in der Industrie anzutreffen sind. Welche Nähmaschinennadel für die jeweilige Maschine passend ist, wird in der Bedienungsanleitung der Nähmaschine angegeben.
Durch die lange Fadenrinne auf der Vorderseite der Nadel wird der Faden geführt und auch geschützt.
Das Nadelöhr ist immer länglich geformt und glatt poliert. Dies soll heften den Faden vor einem Aufrauten und Reißen zu schützen. Oberhalb des Öhrs befindet sich die Hohlkehle. Diese ist dafür gedacht der Greiferspitze mehr Raum zu geben, um das Greifen des Oberfadens zu erleichtern.
Die Nadelspitze schiebt die Fäden des Stoffs zur Seite, um so durch das Nähgut zu stechen. Bei sehr dichten Materialien, wie Leder, Filz oder Filamentstoffen fungiert die Nadelspitze wie eine Ahle und durchtrennt das Material, wodurch dann ein kleines Loch entsteht. Dieses bleibt dann sichtbar, wenn das Nähgut nochmals aufgetrennt werden muss. Bei gewebten Stoffen glättet sich die Stichspur wieder, so dass keine Löcher beim Trennen zurückbleiben, sofern die Kett- und Schussfäden nicht verletzt worden sind.
Man unterscheidet bei den Nadelspitzen generell zwei Arten: die Rundspitzen und die Schneidspitzen.
Rundspitzen:
Hier sind die Nadelspitzen der Nähmaschinennadel immer rundlich geformt. Je nach Grad der Rundung gibt es spitzere und rundere Spitzen. Durch die Abrundung der Spitze werden die Stofffäden zur Seite geschoben, ohne sie zu verletzen. Die eher spitzeren Rundspitzen werden bei feinfädigen, dichten Geweben eingesetzt. Nähmaschinennadeln mit Rundspitzen sind vielseitig einsetzbar. Es gibt sie in verschiedenen Stärken von spitz (für feines Gewebe) über normal/mittel (für festeres Gewebe) bis zu dick (schweres Gewebe).
Schneidspitzen:
Nähmaschinennadeln mit Schneidspitzen finden bei der Verarbeitung von Leder, Folien, sowie kaschierten und beschichteten textilen Flächen Verwendung. Sie werden nach Form und Lage der Schneide eingeteilt und benannt. Spitzenformen sind nach der Stellung der Schneide und nach der Form (Perlspitze, Dreikantenspitze und Spatenspitze) benannt.
Nähmaschinennadeln für Nähmaschinen im Hobby- und Haushaltsbereich sind durch eine Codierung gekennzeichnet, die meist in den Kolben eingraviert ist. Generell unterscheidet man zwei Nadeltypen:
- 130 / 705 H (Flachkolben)
- 287 WH (Rundkolben)
Am verbreitesten ist das System 130 / 705. Diese Nähmaschinennadeln sind mit Farben oder Buchstaben noch weiter codiert:
keine Farbe – H – Universalnadel mit normaler Rundspitze
rot – H-E – Ziersticknadel (E = Embroidery)
blau – H-J – Jeans-Nadel mit stärkerem Kolben und spitzer Rundspitze
lila – H-M – Microtex-Nadel (für Gewebe aus Mikrofasern) mit spitzer Rundspitze
grün – H-Q – Stepp-Nadel (für Quilting)
gelb – H-S – Stretch-Nadel mit kleiner Kugelspitze
gelb – H-SUK – Stretch-Nadel mit mittlerer Kugelspitze
braun – H-LL – Leder-Nadel
Daneben wird noch die Stärke der Nadel in 1/100 mm angegeben. Eine Nähmaschinennadel mit der Stärke 70 entspricht 0,7 mm Nadelstärke. In den USA wird die Stärke in zwei Zahlen angegeben, z. B. 12/80. Die erste Zahl entspricht dabei dem veralteten Standard der ersten Singer-Nähmaschinen, die weltweit vertrieben wurden. Die zweite Zahl gibt die moderne NM-Standardisierung in 1/100 mm an.
Der Durchmesser des Nadelöhres entspricht generell 40 % der Nadelstärke. Also eine Nähmaschinennadel mit Stärke 100 hat einen Nadelöhrdurchmesser von 0,4 mm.
In der Hobbyschneiderei oder Näherei für den privaten Gebrauch sollte eine Auswahl an Nähmaschinennadeln immer vorrätig sein. Dazu zählen: normale Nadeln in den Stärken 70 bis 100, mindestens zwei verschieden starke Jeans-Nadeln und eine Auswahl an Stretch-Nadeln. Für Patchwork benötigt man zusätzlich noch eine Auswahl an Stepp- bzw. Quilting-Nadeln. Nähmaschinennadeln für besondere Anwendungen (Mikrofaser, Leder, Lurex, etc.) sollten bei Bedarf erworben werden.
Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an speziellen Nähmaschinennadeln für die industrielle Fertigung z. B. in der Polsterei oder Lederei, in der Pelz verarbeitenden Industrie, in der Fertigung von Sackwaren, bei der Herstellung von Dekorationswaren, Planen und Zelten usw.
1. Was kann ich auf Nadel und Verpackung erkennen
Auf der Verpackung finden wir schon alle Angaben, die für uns wichtig sind: Die Bezeichnung des Nadelsystems 130/705 H, den Hersteller, die Nadelstärke in europäischer und amerikanischer Angabe und wofür sie eingesetzt werden.
130/705 H ist die Bezeichnung für Flachkolben und somit die entscheidende Angabe dafür, dass die Nadel für eure Nähmaschine geeignet ist. 287 WH/1738 steht für Rundkolben.
2. Nadelstärken
Nähmaschinennadeln sind schon in ganz dünner Form, nämlich in der Stärke 60 zu erhalten. Diese kommen für sehr feine und empfindliche Materialien zum Einsatz. Ebenso 70er und 75er Nadeln.
Für die klassischen Baumwollstoffe werden 80er Nadeln genommen, für schwerere Baumwollstoffe wird auf 90 erhöht.
Für schwere, dicke Stoffe sind die Stärken 100, 110 und 120 passend.
Die Firma Schmetz hat sich noch etwas besonderes für ihre Nadeln einfallen lassen. Am oberen Farbring ist der Nadeltyp und am unteren Farbring die Nadelstärke erkennen.
So steht grün für 70er Nadeln, pink für 75er, orange für 80er Nadeln, blau für 90er und lila für 100er Nadeln.
3. Nadeltypen
Aber nicht nur die Nadelstärke, sondern auch die Form der Nadelspitze ist wichtig für ein gutes Nähergebnis. Universalnadeln haben Spitzen mit einer ganz leichten Rundung, was aber für unser Auge nicht erkennbar ist. Die Rundung hilft das Gewebe nicht verletzen und dennoch zu durchdringen.
Bei Stretch-Nadeln kommen runde Kugelspitzen zum Einsatz, so dass keine Laufmaschen oder Löcher entstehen.
Nähmaschinennadeln für Leder hingegen haben eine Schneidspitze, die es ermöglicht dieses robuste Material zu durchdringen, ohne dass die Nadel abbricht.
Universalnadeln
Universalnadeln werden für alle Standard Näharbeiten eingesetzt. Wenn du eine Nähmaschine gekauft hast, ist sie mit solch einer Universalnadel ausgerüstet, die vermutlich die Stärke 80 hat. Damit kannst du auch 80-90% aller Näharbeiten durchführen.
Die Spitze bei diesen Nadeln ist scharf genug, um das Material zu durchdringen und auch stumpf genug, sich z. B. zwischen die Fäden von Strickgeweben zu begeben.
Gut zu wissen
Universalnadeln
Die Möglichkeiten für die Stichlängen und -breiteneinstellungen liegen bei den günstigeren Nähmaschinenmodellen in einem Bereich von 4 mm in der Länge und 5 mm in der Breite. Teurere Computer Nähmaschinen bieten hier noch mehr Einstellmöglichkeiten und wem dies wichtig ist, der sollte beim Kauf darauf achten.
So sind bei höher-preisen Modellen, wie beispielsweise die Janome Skyline Serie* oder der Juki DX Serie, Stichlängen von 5 mm und Stichbreiten bis zu maximal 9 mm möglich.
1. Flachkolben- und Rundkolbennadeln
2. Was kann ich auf Nadel und Verpackung erkennen

3. Nadelstärken
4. Nadeltypen
Jerseynadeln und Stretch-/Superstretchnadeln

Früher oder später wird man auch dehnbare Stoffe nähen wollen und dann sind Jersey-Nadeln eine gute Investition. Die Nadelspitzen besitzen im Vergleich zu den Universalnadeln eine abgerundete Spitze. Dadurch werden die Stofffasern beim Einstechen lediglich zur Seite geschoben und nicht durchstochen, was bei feinen Strickstoffen zu Laufmaschen führen könnte.
Was bei den Universalnadeln gilt, sollte auch bei Jerseynadeln beachtet werden. Die Nadeldicke ist dem jeweiligen Stoff anzupassen. Eine niedrige Zahl ist für fein gewirkte Ware, Nadeln der Stärke 90 und 100 sind eher für grobes Strickware.
Für extrem elastische Ware, die Elastan (oder Lycra bei Bademode) enthalten. wie Seidenjersersey oder Velourjersey. Durch die besonder tiefe Hohlkehlform und ein spezielles Nadelöhr werden Fehlstiche (das Auslassen von Stichen) verhinderte
Was aber ist der Unterschied zwischen Jersey und Stretch- oder Superstretchnadeln?
Jersey ist natürlich auch elastisch bzw. „stretchy“, aber spezielle Stretch-Nadeln sind noch mehr auf das Vernähen von hochelastischen Stoffen, wie Lycra für Bademode, Fleece oder Viskosejersey. ausgelegt. Sie haben eine spezielle Form, d.h. eine mittlere Kugelspitze, eine spezielle Nadelöhrpartie und eine Hohlkehlform, die Fehlstiche in hochelastischen Stoffen vermeidet.
Zwillingsnadeln

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Jeans- und Microtexnadeln
Wie der Name schon vermuten läßt, werden Jeansnadeln bei der Verarbeitung von allen Jeansstoffen eingesetzt. Aber nicht nur das. Auch Segeltuch und sehr festes Gewebe können damit gut verarbeitet werden.
Die Jeansnadel ist besonders spitz geschnitten und hat einen stärkeren Schaft, was ein Verbiegen der Nadel oder gar einen Nadelbruch, aber auch Fehlstiche verhindert.
Microtexnadeln eignen sich für Materialien, wie Satin, Seide, Mikrofaser und Organza.
Die Nadelspitze bei diesen Nadeln ist besonders spitz und schlank geschnitten, so dass auch beim Nähen von feinsten Geweben, wie Seide und Co keine Nahtkräusel entstehen oder sich die Naht unschön zusammenzieht.
Ledernadeln
Ledernadeln haben eine etwas geschliffene Spitze, die das Material durchschneiden, ohne es aber kaputt zu machen.
Mit ihr werden Leder, Kunstleder oder ähnliche Materialien genäht.
Diese Nähte sollten nicht aufgetrennt werden, die die Nadel Löcher im Material hinterläßt.
Auch sollte diese Nadel nicht für Web- oder Maschenware eingesetzt werden, da auch hier der Stoff Schaden nimmt.
4. Welche Nadeln brauche ich am Anfang?
Als Anfänger sollte man einen Satz Universalnadeln in allen Stärken zur Hand haben, um damit unkomplizierte Gewebe zu nähen und das Nähen so von Grund auf und solide zu lernen.
Mit der Erfahrung steigen meist auch die Ansprüche an die Nähprojekte, so dass auch Jersey- und Stretchnadeln zum Einsatz kommen können. Wer dehnbares Material säumen möchte und weder eine Coverlock besitzt, noch auf einen Zickzackstich oder anderen dehnbaren Stich zurückgreifen möchte, der sollte auch ein paar Zwillingsnadeln im Haus haben. nicht mit einem e
Wenn du gerne dicke Materialen und Jeans nähst, solltest du auch immer ein Päckchen Jeansnadeln vorrätig haben.
Alle anderen Nadeln sind eher Spezialnadeln und daher nicht so häufig im Einsatz.
6. Wann muß eine Nähmaschinenadel gewechselt werden?
Spätestens dann, wenn sie einen Schaden aufweist. Grundsätzlich sollten Nähmaschinennadeln aber regelmäßig kontrolliert und gewechselt werden. Dies ist der erste Schritt, den man durchführen sollte, wenn Probleme beim Nähen auftauchen.
Zu lang benutze Nähmaschinennadeln können stumpf werden, leicht verbogen sein oder eine beschädigte Spitze haben, was zu Fehlstichen, Fadenriß oder unsauberem Nahtbild führen kann.
Aber wie erkennt man, ob eine Nähmaschinennadel in Ordnung ist oder nicht?
Zum einen weisen auftauchende Problem wie unschöne Naht oder reißende Fäden auf eine defekte Nadel hin. Man kann aber eine Nähmaschinennadel auf verschiedene Arten prüfen.
Lege sie dafür auf eine gerade Fläche, z. B. die Tischplatte. Wenn du sie etwas hin- und herholst, wirst du schnell sehen, ob sie noch gerade ist oder nicht.
Ein weitere Test ist, mit der Fingerspitze oder besser noch den Fingernägeln an der Nadelspitze leicht zu ziehen. Wenn die Nadel einen Schaden genommen hat, kann man oft eine Verdickung oder einen kleine Haken erspüren.
Eine weitere sehr zuverlässige Methode ist, die Nähmaschinennadel durch einen alten Nylonstrumpf zu stechen und sie wieder herauszuziehen. Dabei macht sich ganz schnell bemerkbar, ob die Nähmaschinenadel intakt ist oder nicht. Ähnlich wie bei Fingernägeln, die oft nur eine winzigen Unebenheit haben müssen, würde eine defekte Nähmaschinennadel im Nylon Fäden ziehen.
